Wieviel darf ein Webdienst für dich kosten?

Vor einigen Wochen hat der Task-Management-Dienst Flow seine Beta-Türen geöffnet und hat mir daraufhin rasch gut gefallen.

Gestern war es soweit, dass die Anwendung die Beta-Phase verlassen hat und entsprechend auch kostenpflichtig wurde. Per E-Mail wurde mir mitgeteilt:

We’ve got great news. As of today, Flow is available to everyone for only $9.99 per month or $99 per year.

Neunundneunzig Dollar im Jahr für ein Tool, das ich vor allem als Todo-Liste verwende? Das ist dann doch deutlich zuviel. Diese Meinung wird auch von diversen Usern im Flow-Forum geteilt.

Ich hab mir dann mal überlegt, für welche Webdienste ich überhaupt Geld ausgebe. Es sind erstaunlicherweise nur zwei:

  • Flickr: 25$/Jahr
  • MobileMe: 99$/Jahr

Natürlich kommen dann noch andere Online-Ausgaben dazu für Domains, Hosting, Stockfotos, eBooks, etc. Doch Dienste mit Jahresgebühr nutze ich in der Tat fast nicht. Und auch geschäftlich halten sich die Accounts in Grenzen und sind oft zeitlich limitiert, ein bisschen Basecamp oder Github. In der Regel gibt es einfach andere, kostenlose Tools, die genauso hilfreich sind. Oder das Bedürfnis für den Webdienst besteht überhaupt nicht.

Da kommen natürlich Fragen auf:
Wieviel gibst du aus für Online-Webdienste?

Und was wäre denn das beste Preismodell? Interessanterweise bin ich dabei auf einen Artikel gestossen, der ein Experiment mit dem frei wählbaren Betrag für einen Webdienst beschreibt. Dieses Vorgehen kommt mir doch bekannt vor… Die Erfahrungen sind gut damit (mehr zu meinen ein anderes Mal).

Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in Zukunft noch mehr Umsetzungen in diese Richtung sehen werden (zusätzlich zu Diensten, die rein nach Nutzung bezahlt werden, wie Skype und Downloads).

Eine fixe Jahres- oder Monatsgebühr beinhaltet einfach zuviel Gambling für die Betreiber des Dienstes. Ist mir ein Kunde, der freiwillig 20$ bezahlt nicht lieber, als einer, dem 99$ zuviel sind und er gar nichts bezahlt? Natürlich kommen dann neue Faktoren ins Spiel: Supportleistungen müssen vielleicht ab einem gewissen Umfang kostenpflichtig werden. Und es wird Schmarotzer geben, die gute Dienste ausgiebig nutzen, jedoch nur Peanuts dafür bezahlen wollen. Sollte dies ein Problem werden, können zum Beispiel Premium-Modelle eingeführt werden, die sich aktivieren, wenn man mehr als den Durchschnittspreis aller User bezahlt.

Die genaue Umsetzung dürfte sich von Dienst zu Dienst unterscheiden, doch die Tage der fixen Monatsgebühr dürften sich langsam den Ende zuneigen. Es werden sich neue Modelle entwickeln, der frei wählbare Betrag ist dabei nur eine mögliche Variante.

Welches Preismodell würdest du gerne vermehrt im Einsatz sehen?

Update!
Gerade darübergestolpert: Pricing Should Be Simple