«Unsere Post schmeisst Feriengrüsse in den Eimer»

Liebe Newsnetz-Redaktion, eure Schlagzeilen werden immer reisserischer und haben oft nichts mehr mit den eigentlichen Fakten zu tun. Hauptsache Polemik machen! Wenn ihr nun auch auf 20min- und Blick-Niveau runterrutscht, was soll man dann noch lesen?

iPhone 4′s «Antennagate»: Es gibt noch Vernünftigkeit

Es ist Sommer, es gibt nichts zu berichten, deshalb stürzen sich die Medien auf Kleinigkeiten wie das Antennenproblem des iPhone 4. Auf 20min.ch zum Beispiel findet man das Thema im Moment immer noch auf der Startseite.

Artikel über die Pressekonferenz zum iPhone 4 in der Chicago Tribune

Doch es gibt noch Vernünftigkeit zu diesem Thema. Und zwar lustigerweise genau bei Leuten, die eigentlich davon betroffen sind, weil es dort das iPhone 4 auch bereits zu kaufen gibt. Dank dem P&B-Angebot am Kiosk im Bahnhof in Bern hab ich mir am Wochenende fernwehmässig wieder mal eine Ausgabe der Chicago Tribune geholt.

Interessanterweise war die einzige Meldung, die man zum Thema iPhone finden konnte gerade mal eine Viertelseite gross und etwa auf Seite 12 platziert.

Schön zu sehen, dass das dieses Thema in einigen Medien nur den Platz erhält, den es auch in etwa verdient. Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass gerade «Transformers 3» gedreht wird in Chicago und dieses Thema daher die Zeitung dominierte. Wobei, auch Veränderungen in Altersheimen waren ein grosses Thema – eines, das man selten auf Titelseiten von Zeitungen sieht.

Wie auch immer: Ab und zu mal ganz andere Medien nutzen, als jene, die sich einfach in unserer Griffweite befinden wirkt erfrischend und macht bewusst, dass nicht alles überall die gleiche Gewichtung hat. Mir gefällts!

Ticketcorner ist jetzt Eventim

Gestern an einer Vorverkaufsstelle ist es mir das erste Mal aufgefallen: Ticketcorner kommt nun im Look von Eventim daher. Natürlich, da war doch mal was…

Bereits im Februar wurde mitgeteilt:

Die CTS EVENTIM AG, Europas Marktführer im Ticketing und einer der führenden Anbieter von Live-Entertainment, setzt ihre erfolgreiche Auslandsexpansion fort. Heute wurden die Verträge zur Übernahme der Schweizer Ticketcorner Holding AG in Zürich unterzeichnet. „Wir festigen mit dieser Akquisition unser Geschäft in der Schweiz und bauen gleichzeitig unsere Marktführung in Europa weiter aus. Erklärtes Ziel ist es, zukünftig den kompletten Ticketverkauf in Europa aus einer Datenbank abzuwickeln“, so der Vorstandsvorsitzende der CTS EVENTIM AG, Klaus-Peter Schulenberg. (Quelle)

Mal schauen, welche Auswirkungen wir davon in der Praxis bemerken werden. Dem Logo hats auf jeden Fall nicht gut getan.

Fussball in 3D

Den Halbfinal Uruguay-Holland gabs im Westside in 3D zu sehen, da war ich natürlich dabei! Hier der 3D-Testbericht.

Suiten-Sleeper gesucht – Luzerner Hotel macht Guerilla-Werbung

Das Stelleninserat zum Suiten-Sleeper

Da hat sich jemand endlich mal wieder etwas Kreatives ausgedacht! Das Hotel Montana in Luzern sucht einen Suiten-Sleeper – und zwar per Stelleninserat in der Zeitung:

«Wir bieten Ihnen im temporären «Anstellungsverhältnis» von drei Tagen im Zeitraum vom Samstag, 12. bis Samstag, 19. Juni 2010 die einmalige Gelegenheit, als Suiten-Tester in drei unserer neuen PENTHOUSE SPA SUITEN kostenlos Probe zu schlafen (inklusive Verpflegung).»

Was zuerst den Gwunder weckt stellt sich beim zweiten Hinschauen als witzig verpackten Wettbewerb heraus. Die Verkleidung als Jobangebot wird aber konsequent durchgezogen.

Mitmachen kann man via Bewerbungsformular, in welchem man seine Qualifikationen möglichst gut präsentieren sollte. Auch ein entsprechendes Frisch-aus-dem-Bett-Foto und eine Audio-Aufnahme der möglichst zum Profil passenden Schnarch-Geräusche können hochgeladen werden.

Die Idee, eine Stellenanzeige als Werbeinserat ist zwar kein Novum (auch wenn ich gerade keinen Link finde zu Beispielen, die ich schon gesehen habe), aber die gute Umsetzung und das darin enthaltene Augenzwinkern lassen das Vier-Stern-Hotel definitiv in einem sympathischen Licht erscheinen. Mir gefällts, gut gemacht!

(darauf aufmerksam geworden durch einen Tweet von @misler)

«Kein Kaufzwang» – bald Geschichte?

Wer einen Wettbewerb veranstaltet muss immer auch einen Weg bieten, an diesem kostenlos teilnehmen zu können. Wettbewerbe, die an Käufe gebunden sind, sind nicht erlaubt. «Kein Kaufzwang» eben, wie es jeweils so schön heisst bei den Teilnahmebedingungen.

Möglicherweise wird dieses Vorgehen aber bald mal Geschichte sein, denn in Europa gehts nun anders zu und her. Der Newsletter von Bernd Röthlingshöfer berichtet folgendes:

Der europäische Gerichtshof hat das deutsche Koppelungsverbot bei
Gewinnspielen gekippt. Laut Europäischem Gerichtshof ist ein generelles
Koppelungsverbot, wie es in § 4 Nr. 6 des Gesetzes gegen unlauteren
Wettbewerb (UWG) formuliert ist, europarechtswidrig. Die Kopplung eines
Gewinnspiels mit dem Produktabsatz ist also künftig nicht generell
verboten, sondern in jedem Einzelfall muss konkret geprüft werden, ob
durch diese Koppelung das Verhalten der Verbraucher in unlauterer Weise
beeinflusst wird.

Bei dem Urteil ging es um ein Einzelhandelsunternehmen, das Kunden für
den Einkauf mit so genannten Bonuspunkten belohnte. Wer mehr als 20
Bonuspunkte gesammelt hatte, konnte dann kostenlos an bestimmten
Ziehungen des deutschen Lottoblocks teilnehmen. (EUGH 14.01.2010, Az.
C-304/08)

Ich finde, eine lockerere Handhabung könnte in bestimmten Bereichen durchaus Sinn machen – aber dass der europäische Weg problematisch sein wird ist programmiert. Denn ab welchem Punkt wird «das Verhalten der Verbraucher in unlauterer Weise
beeinflusst»
? Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich dies entwickeln wird.

In eine Kuh investieren?

Lust, dein Geld mal anders anzulegen? Wie wärs mit Kuhinvestment?

«Mit Fr. 2′500.- sind Sie Teil unseres expandierenden Ökobetriebs. Ein Identifikationsausweis Ihrer Kuh bescheinigt Ihnen Ihr Engagement. Und Ihr Profit? 10 Jahre lang liefern wir Ihnen jährlich Qualitätsfleisch im Wert von Fr. 350.-.»

Macht also 40% Gewinn in 10 Jahren, das ist keine schlechte Verzinsung. Schaut man die Verkaufspreise an, könnte man jährlich 10 Kilo Hackfleisch und ein Kilo Filet essen. Oder 8,5 Kilo Braten, je nach Geschmack.

Eine witzige Idee, wie ich finde. Und die Frage, auf welchem Mist die gewachsen ist lass ich bei diesem Thema lieber einmal weg… :)

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