Wetten dass… heute auch die Online-Medien versagt haben

Keine Frage, oft muss erst ein Unglück geschehen, bevor Mängel in einer Organisation aufgedeckt werden. So auch in «Wetten Dass…?» beim Unfall während der Power-Riser-Wette. Grundsätzlich gut reagiert hat zwar das ZDF mit dem Sendungsabbruch – über die anschliessende Musikauswahl mit Modern Talking und Donna Summer kann man streiten.

Einmal mehr versagt und enttäuscht haben aber ganz klar die Online-Medien. «Wetten Dass…?» ist eine Institution, die jeder kennt und ein Ereignis wie dieser Unfall und der Sendeabbruch ist ganz klar eine Newsmeldung wert. Doch vergingen lange Minuten bis es die Schweizer Onlinemedien schafften, etwas dazu zu berichten. Und wenn es endlich soweit war, mussten unagebrachte Bilder und Videos des Inhalts dem Drama noch mehr Nachdruck verleihen. Ein Armutszeugnis in Sachen Seriösität und Pietät.

Gewonnen hat aber Twitter. Innert kürzester Zeit wurden Tweets von @fiene weitergereicht, welcher offenbar Teil des Produktionsteams war. Etwa zehn Minuten vor der entsprechenden Durchsage im Fernsehen berichtete er bereits, dass die Sendung komplett abgebrochen würde. Und kurz zuvor gab er auch News über den Gesundheitszustand des jungen Kandidaten durch. Alles auf eine sachliche, angenehme und angebrachte Art.

Der Vorfall wird viele Fragen aufwerfen, die schwierige Entscheidungen fordern: Kann «Wetten Dass…?» überhaupt noch fortbestehen? Wenn ja, liegen gefährliche Wetten noch drin? Wie wird man in Zukunft mit Notfällen in Livesendungen umgehen? Und natürlich die gesamte Diskussion über Sinn und Unsinn solcher Stunts, die sich nicht vermeiden lässt und auch angebracht ist.

Ich hoffe aber, dass nicht nur das ZDF sondern auch die Onlinemedien merken, dass Handlungsbedarf besteht. Es gibt Situationen, da sind rasche, seriöse Mitteilungen gefragt. Effekthascherei und spektakuläre Bilder sind da nicht angebracht. Die Leser und Leserinnen würden es bestimmt danken.

2 Gedanken zu „Wetten dass… heute auch die Online-Medien versagt haben“

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