Twitter Sabbatical
Seit ein paar Tagen mach ich mir Gedanken darüber, was ich denn mit meinem Twitter-Account machen soll. Nach dem Empfang heute morgen auf Twitter (siehe Screenshot), hatte ich die Antwort auf meine Frage.
Ich werde mir eine Twitter-Pause gönnen, sozusagen ein Twitter Sabbatical.
Die Gründe nach dem Warum sind vielschichtig, aber doch einfach zu beantworten:
- Twitter ist langweilig geworden. Der Zenit ist erreicht und neue Leute tauchen selten auf. Es gibt nicht mehr viele frische Inputs.
- Twitter ist irrelevant geworden. Geburtstagsgratulationen, kleine herzige/witzige/nichtssagende Bildchen, Check-Ins, momentane Emotionsbekundungen und Arbeitsrapporte füllen die Timeline. Nichts davon bereichert mein Leben auf eine Weise, das ich meine Zeit damit verbringen möchte. Gabs früher nicht noch mehr Austausch und Mithilfe bei in den Raum gestellten Fragen?
- Twitter ist die neue Kontaktbörse. Social Media ist toll, man kann neue Leute kennenlernen. Nur muss ich zugegeben, dass ich kein Bedürfnis danach habe, bei Drachenbootrennen, Fotokursen, Laubbläser-Polos oder Pilgerfahrten mitzumachen um dabei andere Tweeties zu treffen. Mir gings auch vor Twitter gut, fühle mich sozial gut aufgehoben und habe auch kein Bedürfnis nach mehr. Doch ist mir bewusst, dass ich als Nicht-Teilnehmer dann auch nicht mehr mitreden kann – und entsprechend Twitter für mich an Reiz verloren hat.
- Facebook hat aufgeholt. Und nicht zuletzt hat es sich bei mir so ergeben, dass Facebook gegenüber Twitter wieder deutlich an Boden gewonnen hat. Ich kann noch nicht genau sagen warum, aber Facebook ist wieder lebendig und interessant – und es dreht sich um die Leute, die ich gut kenne und um die Themen, die ich bewusst sehen will. Der Lärmpegel mit uninteressanten Updates ist deutlich geringer – und ansonsten der Verbergen-Klick griffbereit und sehr hilfreich.
Und darum zieh ich mich jetzt mal eine Weile zurück. Ich lösche bewusst meinen Account nicht. Ich weiss, dass sich meine Meinung ändern kann. Oder dass sich Twitter verändern kann. Oder dass das Ganze nur eine Phase sein kann. Ich setze einfach ein neues Passwort, an welches ich mich nie erinnern werden und welches ich bewusst mir neu zustellen lassen muss um wieder dabei zu sein. Wobei, ganz weg werd ich gar nicht sein. Denn die Projekte @fussballmag, @flabs, @wetterbern etc. bleiben natürlich bestehen und da werd ich hie und da auch aktiv sein. Aber dort hab ich auch ein klares Ziel und twittere mit anderer Motivation.
Ich bin selbst gespannt was daraus wird. Eine Vermutung habe ich bereits: Es dürften mehr Blogposts daraus resultieren. Denn irgendwo muss das Jucken in den Fingern ja rausgelassen werden. Mit dem Unterschied, dass ich hier niemandem die Timeline verstopfe mit meinem Nonsense.
Kommentare
14 Responses to “Twitter Sabbatical”
Trackbacks
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Juli 12th, 2010 10:30
Boris ██████ -
Juli 12th, 2010 10:38
Old Mac Donald -
Juli 12th, 2010 10:40
Patrick Mollet -
Juli 12th, 2010 18:30
Mechthild Bach -
Juli 12th, 2010 18:34
Edmund Mertens

Sehr schöner Beitrag. Ich fühle mich momentan sehr gleich wie du. Twitter ist langweilig geworden. Früher habe ich am Wochenende von unterwegs aus Twitter abgecheckt, weil es so viel Spannendes zum Lesen gab. Und nun fällt mir auf, dass ich an vergangenen Wochenenden kontinuierlich weniger Tweets absetze. Gelesen habe ich kaum einen. Vielleicht ist es auch nur das schöne Wetter, dass einen davon abhält. ;)
Ich schätze, du wirst Twitter nicht vermissen. Ich hab’s zwar nicht bewusst entschieden, “vergesse” aber regelmässig zu twittern. Tage- oder gar wochenlang.
@Claudio
@Paddy
Danke euch zwei. Ich bin gespannt, ob sich auch noch ein Power-Twitterer dazu äussern wird und wie die darüber denken.
Ich hab diesen Schritt schon vor etwa 4 Monaten gemacht und mich nicht mehr um Twitter gekümmert und wenn, nur noch sehr selten einmal ein Twitter-App geöffnet!
Und ja, man bloggt automatisch mehr :-)
Da ich Facebook mit meinem Blog verbunden habe, kommen auch immer wieder Feedbacks zu Beiträgen auf meinem Blog via Facebook, was zusätzlich Spass macht, da man diese Personen persönlich kennt.
Und wie du gesagt hast, Facebook «dreht sich um die Leute, die ich gut kenne und um die Themen, die ich bewusst sehen will».
@Sprain: ich würde mich auch als Power Twitterer bezeichnen. ;) so im Schnitt sinds schon einige Tweets pro Tag.. ;)
@Claudio
Ok. Ich hab aus deinem Satz «…dass ich an vergangenen Wochenenden kontinuierlich weniger Tweets absetze» entnommen, dass du dich selbst auch nicht mehr als Power-Twitter-User bezeichnen würdest :)
@sprain
unter der Woche bin ich es irgendwie schon. Aber momentan eigentlich auch nicht mehr so.
Oh, Twitter ist meistens in etwa so langweilig oder spannend wie derjenige der Twittert. Oder anders, Twitter ist, was du aus Twitter machst.
@Leu
Twitter kann spannend sein. Aber für mich war in letzter Zeit zuviel Nonsense dabei. Kann sein, dass es an mir liegt. Aber ich nehm mir die Freiheit, nicht überall dabei sein zu müssen. Nur weil alle fleissig weitertwittern ist dies kein Grund, dass ich auch muss, wenns mir nicht mehr gefällt.
Langsam bin ich auch wieder mehr aktiv, aber ich hab in den mittlerweile etwa fünf twitterfreien oder -armen Wochen eigentlich so ziemlich gar nichts vermisst davon. Im Gegenteil – ich hab wieder mehr gebloggt und hab mich mit paar Themen tiefer beschäftigt als wenn ich nur einen Tweet dazu rausgelassen hätte. Und ich bin aktiver auf Facebook geworden – dort, wo die Leute sind, zu welchen auch ein persönlicher Bezug besteht.
Ich bleib vorläufig im 90%-Twitter-Sabbatical, das passt mir ganz gut :)