Google Buzz – und warum sich neue Social Network Services nicht mehr durchsetzen werden
Ihr könnt mich Pessimist nennen, wenn ihr wollt. Aber nach Google Wave und dem iPad bin ich auch bei Google Buzz überzeugt, dass daraus kein Erfolg werden wird. Weshalb nicht?
Aus meiner Sicht sprechen folgende Gründe dagegen:
- Google Buzz ist mit Gmail verknüpft. Der Anteil Gmail-User ist aber viel kleiner, als man dies allgemein annehmen würde. Kaum jemand wird wegen eines Social Network Features seinen E-Mail-Anbieter oder -Client wechseln.
- Google’s Benutzeroberflächen sind etwa so schön anzusehen wie der Schneematsch kurz nach dem Salzen. Das klassischste Beispiel ist Google Adwords, das die reinste Usability-Hölle darstellt. Das Gmail-Interface ist zwar aufgeräumt und funktioniert sehr durchdacht. Aber es kommt nie an die Sexyness von Twitter und deren Clients heran. Zudem war der erste Eindruck der iPhone WebApp sehr langsam und fehlerhaft. Dies schürt nicht gerade Interesse.
- Der Hype um Google Buzz ist jetzt gerade sehr hoch. Aber nutzen kann ich es noch nicht. Der Service wird bei meinem Account erst in den nächsten Tagen aufgeschaltet werden. Wann genau weiss ich nicht – und ob ich dann gerade in der Stimmung bin es auszuprobieren, wird sich zeigen. Es wird wohl stark von den Feedbacks der ersten freigeschalteten Usern abhängen. Dazu kommt, dass meine Kontakte dann erst tropfenweise dazukommen. Könnte man Buzz ab heute nutzen, wären die meisten, die mich interessieren innert kürzester Zeit vorhanden, was eher Voraussetzung ist, dass sich ein neuer Kommunikationskanal etablieren könnte.
- Google rühmt sich mit dem Feature, dass mir automatisch Meldungen von anderen Personen, die mich interessieren könnten, dargestellt werden. Man könnte dies doch einfach auch Built-in Spam nennen, oder?
- Und last but not least, nicht nur für Google Buzz todbringend ist die momentane Sättigung im Bereich Social Networks. Facebook steckt in einer Sinnkrise, gerade hierzulande gibt es mehr und mehr User, die sich wieder abmelden. Auch Twitter hat seinen Zenit erreicht. Nochmals ein neues Netzwerk aufzubauen dürfte vielen zu aufwändig sein. Es scheint mir nicht, dass jemand zur Zeit konkret ein Bedürfnis hat, welches von einem neuen Social Network abgedeckt werden könnte oder sollte.
Ihr dürft mich also auch Realist nennen, wenn ihr wollt.
Ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben
Trackbacks
-
10. Februar 2010 um 08:21 Uhr
Dolores Moser -
10. Februar 2010 um 08:45 Uhr
!frappant webfactory -
10. Februar 2010 um 09:14 Uhr
Ralph Bolliger™ -
10. Februar 2010 um 09:21 Uhr
Dolores Moser -
10. Februar 2010 um 10:31 Uhr
MadMaxde -
10. Februar 2010 um 10:39 Uhr
SEO mit einem Vogel

Du Realist :)
Es stimmt, das Web braucht nicht noch ein Social Network mehr. Mittlerweile sind wir an dem Punkt angelangt, das wir fast alle Dienste mit anderen vernetzen können und alles überall haben. Langsam wird es chaotisch, den diese Vernetzung ist nicht wirklich förderlich für die Übersicht!
Meine Meinung zu Buzz: http://twitter.com/gabaglio/status/8871523894
bin ganz deiner Meinung. Vor allem zum Thema UI-Sexyness. Sicher wirds eine API geben (oder gibts ev. schon), doch wenn Buzz facebook / twitter ablösen soll, dann müsste etwas besser/cooler sein. Sehe da aber nix.