Eine reine Online-Währung: Was würde geschehen?
Was würde eigentlich geschehen, wenn wir unsere eigene Online-Währung starten würden? Nennen wir sie der Einfachheit halber mal Webbies. Und der Unterschied zu bestehenden virtuellen Währungen: ein Umtausch in Echtgeld ist nicht möglich.
Wie ist das Vorgehen?
- Die Anmeldung erfolgt über einen bestehenden Service, welcher viele Mitglieder hat. Facebook oder Twitter liegen auf der Hand.
- Jede Neuanmeldung erhält einen Grundstock von 1000 Webbies.
- Über die Plattform können Webbies an andere Benutzer übertragen werden.
- Über einfache Schnittstellen können Anwendungen dafür geschrieben werden: Wordpress-Plugins, die Inhalte nur gegen Bezahlung mit Webbies freigeben. Online-Spiele, bei welchen bestimmte Features/Levels mit Webbies dazugekauft werden können. Oder Terminal-Applikationen, die sogar Bezahlungen im Real-Life zulassen.
Wie gesagt, ein Umtausch in Schweizer Franken, US Dollar oder andere Währungen ist nicht möglich – ebenso auch nicht das Dazukaufen neuer Webbies. Diese muss man sich erwirtschaften mit eigenen Leistungen. Wer seine Webbies alle ausgibt muss sich irgendwo neue verdienen oder sich leihen (auf Kreditplattformen, die sich natürlich basierend auf der Schnittstelle bauen lassen).
Ich bin ökonomisch absolut nicht im Bild.
Darum frage ich euch: Wie würde das wohl enden? Wäre so etwas realistisch?
Kommentare
15 Responses to “Eine reine Online-Währung: Was würde geschehen?”
Trackbacks
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Februar 11th, 2010 22:17
Flattr Social Micropayment – ein sehr interessantes Konzept! | sprain's

Genau diese virtuellen Währungen, wie es sie schon überall in irgend einer Form gibt, genau die hasse ich.
Die beste Möglichkeit finde ich jeweils mit der Kreditkarte zahlen zu können. bzw. Daten hinterlassen und dann nur noch mit einem Klick bezahlen.
Alles Andere sind umständliche Umwege. Bei der Xbox muss man beispielsweise immer zuerst Punkte kaufen. Das heisst, die Preise werden nur noch in Punkten angezeigt. Man hat überhaupt kein Verhältnis dazu wie viel das eigentliche Produkt jetzt kostet…
@Nachtmeister
Die XBox macht so wahrscheinlich gutes Geld. Deshalb gibts bei den Webbies keine Umrechungskurs zu echter Währung. Das System ist geschlossen und bietet keinen Umtausch in echtes Geld.
Ich bewerbe mich um die Lizenz für die Webbie Zentralbank.
Bernanke, Hildebrand, bamonamac.
Also Zinsen für Webbie-Darlehen kosten Geld. Echtes teures Geld.
Ok, die Zentralbank nimmt auch Gold. ;-)
@bamonamac
Du musst die Webbies nur durchstarten lassen, dann brauchst du las Zentralbankchef kein echtes Geld :)
Wenn ihr aber Kredite vergeben wollt, müsst ihr auch einen Notfallplan für eine Finanzkriese erarbeiten ;)
Mir geht es ähnlich wie Herrn Nachtmeister. Bei Games wird diese Taktik mit virtuellen Währungen umgesetzt, die Umwandlung ist manchmal gewollt manchmal nicht (World of Warcraft hat z.B. Gold, Silber, Kupfer, kann man kaufen, wird aber vom Gameentwickler Blizzard bekämpft).
Gegenfrage: was würds den bringen?
Was es bringt? Komm jetzt, because we can! ;-)
Die bei Exsila drüben praktiztieren das ja schon. Sie erleben momentan eine ziemliche Inflation. Zu Beginn galt ein Exsila-Punkt etwa einen Franken. Momentan ist das Verhältnis manchmal schon mehr als 1:2.
Egal wie Du es anstellst, es wird immer ein Mittel geben, Virtuelles Geld in echtes umzuwandeln. Bei Exsila geht das so:
Benutzer A will Exsila-Punkte zu Geld machen.
Benutzer B will Exsila Punkte kaufen.
Benutzer B stellt einen wertlosen Artikel, den niemand haben will zu einem hohen Betrag auf Exsila.
Benutzer B zahlt Bargeld an A.
Benutzer A kauft den Artikel, Exsila Punkte fliessen von A nach B.
Voraussetzungen dazu: Es gibt A und B, und sie können einander vertrauen.
Mir kommt da spontan die WIR Geschichte in den Sinn: http://www.wir.ch/ Das ist zwar nicht wirklich schlecht, aber auch nicht super. Geld funktioniert so lange, wie die Leute daran glauben. Und es müssen viele Menschen daran glauben. Ich denke, es würde nicht sehr lange gehen, bis einige, die viele Webbies erwirtschaftet hätten, diese auch für echtes Geld verkaufen würden.
The Great Simoleon Caper ist eine Kurzgeschichte von Neal Stephenson (1995), in welcher er das Szenario einer Webwährung schon mal durchgespielt hat.
Solange ich aber mit meinen Exsilapunkten auf Ricardo nichts kaufen kann, und mein World Of Warcraft-Gold nicht als Briefmarken brauchen kann, solange ich jede einzelne Währunge mit Verlust zurück in Dollars oder Franken konverertieren muss, um von einem Service zum anderen Geld zu transferieren, solange werden wir 357294897 Währungen im Netz haben.
@christian
Ok, die Story hab ich jetzt nicht gelesen. Hol ich dann mal nach.
Aber: Genau die vielen Währungen sind der Punkt. Eine Online-Währung, die nicht plattformgebunden ist, scheint mir irgendwie schon noch praktisch.
Interessante Idee, aber… Das funktioniert nur, wenn es ein wirklich Grosser einführt und es muss faktisch an irgend eine Währung gekoppelt sein, denn sonst hat keine grosse Firma Interesse daran, weil sie das Guthaben nicht bilanzieren können.
Es ist doch relative einfach die Webbies in CHF umzuwandeln. Geschehen mit Superpunkten, welche eigentlich nicht gegen Geld getauscht werden können. Aber auf Ebay kann man locker 100 Franken verlangen für 10 000 Punkte. Die Punkte werden dann von den meisten Benutzt um Flugmeilen zu kaufen, mit welchen man dann einen Flug bezahlen kann.