Superbowl 2010! Kleine Regelkunde zum Spiel der Superlative

Am Sonntag, 7. Februar 2010 ist es wieder einmal soweit: In der 44. (oder je nach Zählart 40.) Auflage des Superbowls wird der US-Champion im American Football gekürt. Es stehen sich dabei die Indianapolis Colts und die New Orleans Saints gegenüber. Das Spiel wird auch bei uns ab ca. Mitternacht auf ARD und ORF übertragen – nur ohne die bekannten Superbowl-Ads, die übrigens verhältnismässig gesehen gar nicht so teuer sind, wie man immer meint.

Das Spiel ist bekannt für seine Superlative. Nicht nur, dass die Halbzeit-Show mit Namen glänzt, die das Stade de Suisse platzen lassen würden. Im DolphinSun-Life-Stadium in Miami werden 76′000 Fans anwesend sein. Die Übertragung erhält in den USA etwa 60% Marktanteil, etwa 140 Millionen Haushalte schauen sich zumindest einen Teil des Spiels an. Die Behauptung, dass weltweit eine Millarde Zuschauer dabei seien ist natürlich weit übertrieben. Eine Milliarde könnten theoretisch reinzappen, effektiv zuschauen tun ausserhalb der USA aber «nur» etwa 2 Millionen.

Da ich ein kleiner Football-Fan bin werde ich aber zu diesen paar Ausländern gehören. Den Montag hab ist geschickterweise schon mal frei genommen :) Da der Sport bei uns nicht ganz so bekannt ist, hier rasch die wichtigsten Regeln zusammengefasst:

Football-Regeln in Kürze

Spielzeit
Ein Spiel ist in vier Viertel zu je 15 Minuten aufgeteilt. In bestimmten Spielsituationen wird, ähnlich wie im Eishockey, die Zeit gestoppt, so dass die effektive Spielzeit deutlich länger als eine Stunde dauert.

Punkte erzielen
Das Ziel ist es, den Football über die Endlinie des Spielfelds auf der generischen Seite zu transportieren. Die kann entweder rennend geschehen, oder indem man den Football auf der anderen Seite der Linie fasst. Das nennt sich dann einen Touchdown und gibt sechs Punkte. Hat man einen Touchdown erzielt, hat man die Möglichkeit, nochmals zu punkten. Dies geschieht meist indem der Ball durch die obere Hälfte des Tores gekickt wird und gibt nochmals einen Punkt.
Alternativ kann auch direkt aus dem Spielverlauf ins Tor gekickt werden, was 3 Punkte gibt. Sieger des Spiels ist, wer am Schluss mehr Punkte hat :)

Raumgewinn
Das Bild, das wir vom Football haben besteht darin, dass sich ein Haufen Typen die Birne mitten auf einem Platz einrennt. Dies geschieht im Kampf um Raumgewinn. Denn die angreifende Mannschaft hat vier Versuche, um eine Distanz von 10 Yards (ca. 9 Meter) zurückzulegen. Schafft die Mannschaft dies, hat sie erneut vier Anläufe für die nächsten 10 Yards, beginnend vom Punkt wo der letzte Spielzug beendet wurde. Aus diesem Vorgehen ergeben sich die typischen Football-Angaben wie «2nd and 5»: Es folgt der zweite Anlauf, es sind noch fünf Yards zurückzulegen.
Scheitert eine Mannschaft dabei, in vier Anläufen die 10 Yards zu erreichen, wird der Gegner zur angreifenden Mannschaft. Oft wird daher beim vierten Versuch der Football soweit wie möglich in die gegnerische Hälfte gekickt, damit der Rivale möglichst weit weg von einem Touchdown seine Angriffe starten muss.
Alternativ kann die gegnerische Mannschaft auch einen Pass abfangen (Interception) oder einen fallengelassenen Ball entgegennehmen. In diesem Fall wechselt das Angriffsrecht sofort, ungeachtet der Anzahl gespielten Versuche, die 10 Yards zu knacken.

Fouls
Auch wenns auf den ersten Blick nicht so aussieht: Es gibt auch Fouls im American Football. Ein schweres Foul zum Beispiel ist, wenn man seinem Gegner absichtlich ins Gesichtsgitter greift. Fouls werden vom Schiedsrichter durch das Werfen gelber Flags (eine Art Naselümpli) angezeigt. Die Bestrafung erfolgt meist in Form von Raumverlust: die angreifende Mannschaft muss 5, 10 oder 15 Yards zurückweichen und somit weiter von der zu erreichenden Grenzlinie mit dem Spiel fortfahren.

Natürlich gibts noch unzählige weitere Regeln, Ausnahmen und Varianten. Aber dieses Wissen reicht eigentlich, um das Spiel geniessen zu können. Wirst du auch schauen und mittwittern?

Wer noch eine kleine Einstimmung braucht, findet hier die Highlights des Superbowl 2009:

Kommentare

9 Responses to “Superbowl 2010! Kleine Regelkunde zum Spiel der Superlative”

  1. Orli on Januar 29th, 2010 10:27

    Nach dieser Regelübersicht verstehe ich auch langsam, um was es bei diesem Spiel geht ;) Danke.
    Aber zuschauen werde ich wohl nicht, da ich am Montag nicht frei habe.

  2. Babel on Februar 2nd, 2010 17:44

    ich dachter erst es wär wie “Brennball” in der Schule früher… aber das war wohl Baseball was ich meine! ^^ aber hört sich interessant an hab noch nie ein spiel ganz gesehen…

  3. sprain on Februar 2nd, 2010 17:49

    @Babel
    Haha, ja du meinst Baseball :) Das ist ein bisschen wie Brennball. Football geht eher in die Richtung Rugby.

  4. Henry Jenny on Februar 6th, 2010 06:14

    Sorry, not correct !!! dass ausserhalb der USA “nur” 2 Mio den Super Event anschauen stimmt ganz sicher nicht! So viele sind es sicher schon nur in Europa. Ich reise viel zu dieser Jahreszeit durch Central- und Südamerika, und in all diesen Ländern ist das Superbowl-weekend ein ganz spezielles, der ganze Sonntag wird auf das Spiel abgestellt, so dass z.B. in Mexico-City zur Spielzeit, fast kein Verkehr mehr unterwegs ist. Nur so nebenbei, wenn also “nur” 10% der Mexikaner schauen würden, dann wären es schon ca. 8 Mio. es sind aber sicher mehr! Also, wieviele Leute hat es in C.A. und S.A.? Nicht zu vergessen dass dort eben auch fast die gleiche Zeit ist, also beste Sendezeit! Und Football nach Fussball auch beliebt ist. OK, eine Mia. ist vielleicht zu hoch, aber etwa die Hälfte kommt schon hin, alleine in Latainamerika, Rechne!

  5. sprain on Februar 6th, 2010 09:53

    @Henry
    Via Wikipedia gelangt man auf einen Artikel bei Sports Illustrated auf welchen sich meine Angaben stützen. Darin wird gezeigt, dass in den USA weniger als 50% den Super Bowl schauen, schon in Kanada sind es nur 10% der Einwohner. Ausserhalb Nordamerikas sinken die Werte rapide ab. Und so hat eine Studie eben ermittelt, dass es ausserhalb Nordamerikas etwa 2 Millionen sind, insgesamt weltweit also etwa 100 Millionen.
    Alles andere sind nur Legenden, die sich um den Super Bowl ranken.

Trackbacks

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  2. Februar 6th, 2010 09:54
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