«Yahoo deal led to 72,000 Tumblr posts imported to WordPress in one hour»

Zum Voraus: Die Zahl ist mit Vorsicht einzuschätzen.

Wenns grosse News im Web gibt, wie die Tatsache, dass Yahoo den Blog-Dienst Tumblr gekauft hat, dann versuchen natürlich viele darauf mitzureiten. Logisch, dass News-Plattformen etwas möglichst Exklusives schreiben wollen. Und klar, dass Konkurrenten (wie WordPress) sich auch irgendwie ins Gespräch bringen möchten.

Also produziert man die News, dass innert einer Stunde 72’000 Posts von Tumblr auf WordPress umgezogen worden sind. Das ist eine grosse Zahl, ganz klar. Und verglichen mit den 400-600 pro Stunde, die sonst zu verzeichnen sind, ein grosser Peak. Allerdings muss man dies ins Verhältnis setzen: Erstens sinds Posts, nicht ganze Blogs. Ein Blog hat locker mehrere Hundert oder Tausend Posts (dieser hier bald 1500). Zudem werden gemäss Aussage von Marissa Mayer, CEO von Yahoo, und Berichten auf Newsplattformen auf Tumblr pro Sekunde 900 Posts erstellt.

Die 72’000 Posts hat Tumblr innert 80 Sekunden wieder aufgeholt gehabt. Es handelt sich bloss um ein Protest-Fünkchen von einer kleinen Minderheit, die sofort nach der Bekanntgabe der Übernahme den Anbieter wechseln wollte. Solche Abwanderungen gibts bei jeder Veränderung eines Dienstes. Newswert nahe Null.

Vielleicht brauchen Tech-Blogs wirklich ein Watchblog, das vermehrt auf solche Schwachsinn-Meldungen aufmerksam macht.

PS: Das alles sagt nichts aus über meine allgemeine Meinung zu diesem Deal. Die könnt ihr euch denken ;)

Warum nicht: Provider-Flattr für alle Webinhalte

Zu einem Artikel von DerBund/Newsnetz zum Thema NZZ-Paywall habe ich gestern einen Kommentar gelesen, der vor Schreibfehler nur so strotze und den ich zuerst absolut lächerlich gefunden habe. Dann hat er mich aber ins Nachdenken gebracht.

Völlig unverständlich, wieso Online-NZZ plötzlich kostenplfichtig ist, zumal man die Zeitung ja über’s Internet liest und dieses durch das Interent-Abo eigentlich bereits BEZAHLT ist. Wieso also doppelt und dreifach zahlen??

Der Schreiberin dieses Kommentars fehlt zwar das Verständnis dafür, wer heute “im Internet” welche Rolle spielt. Aber konsumierte Online-Inhalte gleich über den Internetzugang bezahlen? Eigentlich gar keine dumme Idee.

Ich könnte mir durchaus ein Modell vorstellen, in welchem die Provider eine Art Flattr-Funktion einführen. Dem Online-Zugang wird via Swisscom, Cablecom, etc. ein monatlicher Fixpreis zugeschlagen – beispielsweise 10 Franken. Diese Betrag kann freiwillig weiter aufgestockt werden. Am Ende des Monats wird dieser fix begrenzte Betrag auf alle Websites verteilt die, ich besucht habe. Und zwar im Verhältnis meiner Nutzungshäufigkeit. Wenn ich 100 Seiten bei der NZZ besuche und nur 1 bei 20 Minuten, erhält die NZZ auch einen 100-fach grösseren Anteil aus meinem Topf.

Man könnte dies zu Beginn auf die Schweiz begrenzen: Zahlungsberechtigt sind nur Websites mit .ch-Domains. Der Website-Betreiber muss via NIC seine Zahlungsdaten hinterlegen, versehen mit einem Zuschlag auf den Domain-Preis, um den Verwaltungsaufwand zu bewältigen und eine gewisse Schwelle einzubauen, damit nicht gleich jede Hobby-Website automatisch vom Geldtopf profitiert.

Was meint ihr – absurde Idee oder ein Ansatz zur Finanzierung von Online-Inhalten?

«Sag mal, kann man überhaupt auf Schweizerdeutsch ein wissenschaftliches Gespräch führen?»

Ein Interview, welches aufzeigt, dass auch zwischen auf den ersten Blick ähnlichen Kulturen wie Deutschland und der Schweiz grosse Gräben liegen können. (via)

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